M I T   F A R B E N   L E R N E N

Bundesschule Aspern, Ansicht, Nord mit Haupteingang. Foto: Hertha Hurnaus

MODERATE PALETTE

Farbkonzept für die Bundesschule Aspern, Aspern Seestadt, 1220 Wien

Architektur: fasch&fuchs.architekten

Aula, Nordseite, vom Haupteingang.

FARBPALETTE:

Die Farbpalette für die großflächigen manifesten Gebäudeteile der Bundesschule in Aspern Seestadt wird moderat, zurückhaltend und in geringer Farbsättigung gehalten. Erst in Verbindung mit kräftigen Farben entfaltet sie ihre ganze Wirkung.

KRÄFTIGE FARBAKZENTE:

An einigen singulären Bauteilen oder Raumgruppen mit spezifischer Bedeutung, sowie einzelnen beweglichen Raumelementen, werden kräftige Farbakzente gesetzt, die Orientierungsfunktionen übernehmen und die die moderate Palette zum Leuchten bringen.

Wände in der Aula und in den Eingangsbereichen, Treppenanlagen, Garderoben, Küche Mensa, WC-Gruppen, Matten

FARBAUSWAHL:

Alle Farben von Oberflächen die werkseitig oder vor Ort aufgetragen werden (Wände, Metallkonstruktionen, Holzkonstruktionen) werden nach dem NCS Farbsystem ausgewählt und gemischt.

Bei allen anderen Oberflächen für die auf eine vorgegebene Material/Farbpalette zurückgegriffen wird (Schichtstoffplatten, Bodenbeläge, Textilien, Kunstleder), orientieren sich die Farben so nahe wie möglich am vorgesehenen Wert.

FARBIDENTITÄT UND ZUORDNUNG:

Gleichen Nutzungen und Bereichen (Departements, Clustern, Turnsälen etc.) werden gleiche Farben der Böden zugeordnet. Den neuen Lehrkonzepten und Organisationsformen der Schule entsprechend, werden die Farben der Böden über die Raumgrenzen hinaus erweitert.

So beziehen die Farben Gänge, Aufenthaltsbereiche, Rekreationsbereiche mit ein und schließen sie zu größeren Einheiten zusammen.

Im Hinblick auf die jeweilige Nutzung der Bereiche (Aktivitäts-, Lern-, Rekreationsbereiche, etc.) werden die Farben der Böden entweder aus dem kalten (Grün-Türkis-Blau) oder warmen (Gelb-Orange-Rot) Spektrum gewählt.

Die Farben der vertikalen Oberflächen (Pinwände, Lamellen, Vorhänge) oder der Möbel werden aus dem jeweils anderen Spektrum gewählt und zugeordnet. Diese komplementäre Farbgebung (kalt/warm) gründet in der Auffassung, dass in Räumen, die beiden Farbspektren zugeordnet sind, die Möglichkeit für einen psychischen Ausgleich (Konzentration – Entspannung) geboten wird.

FARBAUSWAHL BÖDEN UND WÄNDE / KRÄFTIGE AKZENTE:

Einzelnen Nutzungsbereichen werden durch intensive Farbgebung Signal- und Leitfunktionen zugewiesen: Fluchtstiegen, Garderoben, Küche Mensa, WC Gruppen, Nassräume.Es werden dabei die Farben einheitlich über alle horizontalen und vertikalen Oberflächen gezogen, um den Eindruck und die Wirkung von autonomen kräftigen Farbinseln zu erzielen.

FARBEN UND MATERIAL:

Alle Oberflächen werden ihrer spezifischen materiellen Qualität entsprechend farblich so behandelt, dass ihre Oberflächenstrukturen erhalten bleiben und nicht mit materialfremden Farbschichten überzogen werden.

Holzoberflächen werden lasiert oder geölt, die Holzstruktur bleibt sichtbar

Gipskartonwände werden gespachtelt und weiß gestrichen

Sichtbetonflächen bleiben naturbelassen, mit Ausnahme von Nassräumen

Stahlkonstruktionen und Bleche werden lackiert, oder verzinkt